Spaß mit Normen: DIN 18015-3 – Leitungsführung

Der dritte Teil der Norm DIN 18015 ist der Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel gewidmet. Gemeint sind hier unsichtbar verlegte Leitungen und Kabeln, die der Norm nach in bestimmten Installationszonen anzubringen sind. Das hat den Zweck, dass bei der Installation oder Wartung von Wasser- und Gasleitungen mögliche mechanischen Beschädigungen und Änderungen an elektrischen Leitungen sowie Personen- und/oder Sachschäden vermieden werden. Neben der Leitungsführung gilt die Norm auch für Steckdosen, sowie Auslässe und Schalter.

Vorgaben zur Leitungsführung nach DIN 18015-3

Das vermutlich auffallendste Merkmal an dieser DIN Norm ist, dass die in der Einleitung erwähnten Installationszonen nur senkrecht und waagrecht verlaufen dürfen. Elektrische Leitungen dürfen also nicht quer in sämtliche Richtungen durch eine Wand verlegt sein. Darüber hinaus gilt natürlich, eine feste Verlegung ist sicherer als eine bewegliche.

Diese Konvention ist eine Sicherheitsmaßnahme und soll eben vermeiden, dass elektrische Leitungen später bei Arbeiten an der Wand beschädigt werden. Die Dimensionen der Installationszonen und den Abstand zu Decke bzw. Boden, Fenster und Türen und Ecken und Kanten des Raumes sind dabei in Tabellen genau vermerkt.

Wo werden Leitungen verlegt

Unter Putz ist es möglich elektrische Leitungen und Kabeln in eigens dafür angebrachten Elektroinstallationsrohren oder in Elektroinstallationskanälen (Sockelleisten-, Brüstungs- oder Unterflur-Fußbodenkanäle) zu verlegen. Auch in baulichen Hohlräumen wie Decken und Wände sind sie erlaubt.

Nachdem in der heutigen Zeit der Bedarf an elektrischen Leitungen stetig steigt und somit der Platz in den Installationszonen schon mal etwas knapp werden kann, erfreut sich die Rohdecke als Installationszone immer größerer Beliebtheit. Man kann entweder ein Kanalsystem installieren, wie es bei Doppelböden öfter der Fall ist, oder idealerweise eine geschlossene Installationsebene. Diese kann auf der Rohdecke, in Hohlräumen bzw. unter dem Putz oder direkt im Beton der Rohdecke vorgesehen werden. Nachträgliche Änderungen sind dann zwar meist nicht möglich, aber dafür auch selten notwendig. Zu beachten ist nur, dass die geschlossene Installationsebene die Mindestabstände zu den Wänden einhält.

Wo werden Leitungen nicht verlegt

Nicht gestattet ist die Verlegung von elektrischen Leitungen auf Schornsteinwangen, in Schornsteinzügen, in Lüftungskanälen und innerhalb von Metallprofilen. Die Durchführungen durch Metallprofile ist allerdings mit entsprechendem Kantenschutz erlaubt. Generell gilt bei der Leitungsführung genügend Abstand zu warmen Rohrleitungen, Blitzschutzanlagen und Fernmeldeleitungen zu halten um die Leitungen nicht möglichen Schäden durch Hitze auszusetzen.

Auch für Steckdosen, Auslässe, Schalter und dergleichen hält die Norm die Montage in dafür geschaffenen Installationszonen fest. Andernfalls, und nur in notwendigen Ausnahmen, können sie über eine senkrecht verlaufende Leitung mit der nächsten Installationszone verbunden werden.

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